Update zu meiner Therapieplatzsuche

Inzwischen ist es Mitte März. Im Februar war ich zunächst sehr glücklich, da sich endlich eine Therapeutin bei mir gemeldet und einen Platz angeboten hat. Weitere Pluspunkte waren die Tatsache, dass die Dame Tiefenpsychologie anbietet und ich nicht weit fahren muss.

Nach nunmehr vier Therapiesitzungen und mehreren Gesprächen mit Familie, Freunden und meiner Psychiaterin bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass ich auf mein Bauchgefühl hören muss. Es bleibt mir keine andere Wahl, als der Dame mitzuteilen, dass ich bei ihr keine Therapie beginnen möchte. Im vierten Gespräch habe ich mich nicht getraut dies zu sagen, aber beim fünften Termin schaffe ich es hoffentlich.

Wer sich nun fragt, warum ich zu diesem Entschluss gelangt bin, dem lege ich zum einen die folgenden Fotos ans Herz und zum anderen meine schriftlichen Erläuterungen dazu.

Die Therapie findet im Privathaus der Therapeutin statt. Soweit ist das noch nicht zwingend verwerflich. Allerdings ist der Kellerraum – in dem die Therapien stattfinden – nicht gerade professionell oder wenigstens einigermaßen strukturiert eingerichtet. An den Wänden haben die Kinder der Frau Kritzeleien hinterlassen, auf dem Flip-Chart-Ständer steht „I love mum“, Kinderspielzeug und einzelne Schuhe liegen auf dem Boden herum, die Patientenakten liegen unverschlossen auf dem Tisch / Schrank, … Außerdem bekam ich mitgeteilt, dass es sein kann, dass die Kinder während der Therapie klopfen und sie sich dann kurz um diese kümmern muss. Dies ist auch tatsächlich schon mehrfach vorgekommen, wenn die Kinder nicht geklopft haben, dann hat einer der Hunde (es gibt drei Hunde und zwei Katzen) gebellt und wollte in den Raum oder eine der Katzen kam und bettelte nach Futter. Mir fiel auch auf, dass – für meinen Geschmack und den meiner Psychiaterin – sie zu viel Persönliches preisgibt. So bekam ich mitgeteilt, dass die ersten beiden Kinder aus einem russischen Kinderheim von ihr alleine adoptiert wurden und das kleinste Kind und das derzeitig noch im Bauch befindliche Kind ihr als Embryonen in Spanien eingepflanzt wurden. (Die Embryonen entstammen aus Fruchtbarkeitsbehandlungen von Paaren, die diese freigegeben haben, da sie diese selbst nicht mehr nutzen wollten…) Das kleinste Kind wäre für ein Jahr das Therapiebaby gewesen (also in zahlreichen Sitzungen dabei) und ähnliches hat sie nun auch mit dem künftigen Baby vor. Für mich persönlich ein Unding. Meine Krankenkasse / ich bezahle für eine professionelle Behandlung. In dieser Zeit erwarte ich, dass sich jemand voll auf mich konzentrieren kann. Jede Störung bedeutet für den Therapeuten und auch für mich eine Unterbrechung, die dazu führt, dass man vollkommen den Faden verliert und die Gefühle, Gedanken, … teilweise total verloren gehen.

Es gibt noch zahlreiche weitere Gründe, die ich hier nur kurz der Vollständigkeit halber aufzählen möchte:

  • Man klingelt und die Kinder öffnen die Tür.
  • Generell funktioniert die Klingel nicht richtig.
  • Man hört das Geschrei und Getrampel der Kinder in der Wohnung über dem Keller.
  • Der Briefkasten trennt nicht zwischen privat und beruflich. Außerdem ist er nicht abschließbar, sondern die Klappe lässt sich ohne Schlüssel öffnen.
  • Sie hat mich 20 min alleine im Raum gelassen, um einen Zeitstrahl zu füllen. Dabei gab es kein Papier, sondern die Rückseiten von Formularen für Kassenpatient*Innen. Der übergebene Kugelschreiber hat nicht geschrieben und da niemand kam, musste ich selbst im Raum nach Alternativen suchen… Die Patientenakten lagen dabei unverschlossen im Zimmer.
  • uvm.

Ich weiß nicht woran es liegt, dass man gerade im Bereich der Psychotherapie auf so viele unprofessionelle oder eigenartige Arbeitsweisen stößt.

Entweder sind berufliches und privates nicht korrekt getrennt oder aber jemand war ein ganzes Berufsleben lang Gynäkologe, geht in Rente und wird plötzlich Therapeut… Andere sind zwar auf den ersten Blick professionell, aber – wie an derer Stelle bereits berichtet – nur hinter dem schnellen Euro her. Diese bestellen einem nur ein, um das Geld für die Erstberatung zu verdienen. Danach kommt es zu keinem weiteren Treffen (von deren Seite). Die Kosten einer solchen Beratung liegen auf derselben Höhe, wie die einer „normalen“ Therapiestunde nur, dass diese für den Behandelnden erheblich anstrengender ist. Beim ersten Kennenlernen redet ja meist der „Patient“.

Leider ist meine Suche nach einem neuen Therapeuten / einer neuen Therapeutin daher noch nicht abgeschlossen. Sie muss nach einer gewissen Rekonvaleszenz Phase weitergehen. Glück auf!

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