Zurück aus der Klinik

Inzwischen bin ich seit circa vier Wochen aus der Akutklinik zurück im Alltag. Seit nunmehr zwei Wochen arbeite ich auch wieder – ohne Wiedereingliederung. Letzteres geht allerdings nur, da ich ohnehin lediglich Teilzeit arbeite. Bei einer Vollzeitstelle kann ich das nicht empfehlen – und auch unter meinen Rahmenbedingungen ist es grenzwertig.

Nach acht Wochen Akutklinik ist mir die Wiedereingewöhnung zu Hause nicht leicht gefallen. Wer es nicht selbst erlebt hat wird sich eventuell wundern, aber nach so langer Zeit ist man nicht nur froh wieder „heim“ zu kommen. Man hat sich an die Klinikabläufe auch gewöhnt und es ist nicht nur nervig, wenn man für viele Dinge die Verantwortung dort abgeben muss/kann.

Besonders verunsichert hat mich die Tatsache, dass die engmaschige Betreuung von Psychologen nun wegfällt und ich alle Krisen wieder – trotz ambulanter Therapie – mehr oder minder alleine bewältigen muss.

In der Klinik ist es mir auch leichter gefallen meine Ernährung besser im Griff zu haben. Ich habe mich dort an drei Mahlzeiten gehalten und dazwischen quasi nichts gegessen. Das ist mir in diesem anderen Umfeld auch nicht schwergefallen. Kaum zurück bei der Arbeit sieht das schon anders aus. Regelmäßige Mahlzeiten gibt es meist nicht, sondern ich esse so „nebenher“. Erschwerend hinzukommt, dass bei uns ständig jemand Süßigkeiten, Kuchen… mitbringt und man sich daher eine Zwischenmahlzeit kaum versagen kann. Allerdings bemühe ich mich weiterhin nicht nach 18:30 Uhr zu Abend zu essen.

Weitere Veränderungen sind:

a) Ich habe mir eine Massagematte zugelegt, auf der ich täglich min. 15 min verbringe.

b) Ich habe mir das Buch und das zugehörige Arbeitsbuch von Stefanie Stahl gekauft „Das innere Kind muss Heimat finden“ und dieses in der Zeit zwischen meiner Heimkehr und der Wiederaufnahme meiner Berufstätigkeit durchgearbeitet. Da ich beide Bücher getrennt durchgearbeitet habe, sind auch je zwei verschiedene Schatten- und Sonnenkinder entstanden. Die dabei entstandenen „Sonnenkinder“ füge ich unten an. Mir hat dieses Buch weitergeholfen und für viele Bereiche die Augen geöffnet. Wer in der Klinik oder der ambulanten Therapie darauf stößt, dass er an seinem „inneren Kind“ arbeiten sollte / muss, dem kann ich diese beiden Bücher sehr empfehlen.

c) Ich trage jeden Tag ein Teil (Ring, Armband, etc.), welches mich an die Zeit in der Klinik erinnert und versuche mehrmals am Tag inne zu halten und in mich hineinzuhören. Dabei achte ich darauf, wie ich mich fühle und versuche mich selbst dazu anzuhalten, auch mal inne zu halten und gelassener und positiver zu sein.

d) Ich versuche klarer zu formulieren, wo ich Grenzen setzen möchte und welche Wünsche ich an andere habe.

Es gibt sicherlich noch einiges, was sich verändert hat und sich im Laufe der Zeit erst offenbaren wird. Aber insgesamt hat mir der Aufenthalt geholfen meine Akkus wieder aufzuladen und wieder etwas positiver in die Zukunft zu schauen.

Wichtig ist mir außerdem, dass ich weiterhin einmal die Woche zu meinem ambulanten Therapeuten gehe und regelmäßig die Medikation mit meinem Psychiater durchspreche. Außerdem werde ich mir gegen meine Rückenprobleme/Verspannung Cranio-Sakral-Therapie verordnen lassen, da mir diese Anwendungen in der Klinik sehr gut getan haben.

Generell würde ich sagen, dass ich aus dem Aufenthalt mitgenommen habe, dass ich mich selbst und meine eigenen Wünsche, Interessen und Bedürfnisse mehr beachten muss und mich selbst mehr lieben/annehmen möchte.

Dann bleibt mir an dieser Stelle nur festzuhalten, dass ich hoffe, dass mich die 8 Wochen gut durch die Herbst-/Winterzeit und hoffentlich die nächsten Jahre bringen.

Glück auf!

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