Wo geht’s lang?!

Aktuell habe ich das Gefühl, dass viele Menschen immer stärker aus dem Auge verlieren, wo es eigentlich im Leben hingehen soll, was wirklich wichtig ist. Jeder schaut zunehmend auf sich selbst und dabei scheinen viele Personen zu vergessen, dass wir alle Teil einer Gemeinschaft sind.

Bereits Immanuel Kant (1724-1804) wusste: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“

Es ist traurig zu sehen, dass man oft nicht mehr bereit zu sein scheint über den eigenen Tellerrand zu blicken. Ein aktuelle Beispiel: Im Rhein-Neckar-Kreis sollen von April bis August von 2022-2025 die Hauskatzen keinen Ausgang mehr erhalten, um die Haubenlerche zu schützen. In den Medien finden sich zahlreiche Kommentare von Leser*Innen, die dazu ihre Meinung äußern. Jeder blickt auf die Sache dabei lediglich aus dem eigenen Blickwinkel. Teile des Naturschutzes wollen die Lerche schützen und halten die Maßnahme daher für angemessen. Katzenliebhaber*Innen finden es ist Tierquälerei und es sei nicht nachgewiesen, dass die Katzen schuld am aussterben der Haubenlerche sind. Hundebesitzer*Innen wiederum fühlen sich ungerecht behandelt, da für Katzen keine Steuer erhoben wird und man mit Hunden schließlich auch an der Leine vor die Tür gehen muss…

Ein kleines und ziemlich unwichtiges Beispiel und dennoch erhitzen sich die Gemüter zusehends und die Gerichte, etc. werden sehr viel zu tun bekommen.

Es ist sehr schade, dass der neutrale und sachliche Austausch von Argumenten nicht mehr stattzufinden scheint. Oft habe ich den Eindruck, dass jeder nur seine eigenen Ideen im Kopf hat und man dabei vergisst, dass jemand anderes auch Ideen im Kopf hat, die zwar anders aber dennoch genauso gut / schlecht sind wie die eigenen. Immer seltener wird akzeptiert, dass es daher Stellen geben muss, die schließlich eine Entscheidung treffen und dabei soweit wie möglich das Allgemeinwohl im Blick haben.

Ein weiteres Beispiel: Jeder Bewohner einer Stadt, Region… möchte, dass diese ausreichend Arbeitsplätze anbieten kann… Sobald ein Unternehmen sich jedoch in der eigenen Nachbarschaft ansiedeln möchte zählt dieser Gedanke nicht mehr. Sofort gibt es Bürgerinitiativen, die sich gegen die Ansiedlung aussprechen. Gründe gibt es viele: Lärm, Wertverlust der Nachbargrundstücke… Es denkt niemand daran, dass es der Stadt / Gemeinde Einnahmen bringt, die dringend benötigt werden. Dass es für den Landkreis ein wichtiges Gütekriterium ist, wenn mehr Unternehmen sich ansiedeln und weitere Arbeitsplätze entstehen… Es geht oft um mehr, als das Wohl des Einzelnen.

Corona hat diese Entwicklung noch befeuert. Ich hoffe, dass langsam wieder mehr Menschen erkennen, dass es um das große Ganze geht.

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