In der Anstalt?

Seit Mitte Juni bin ich NICHT in einer Anstalt, sondern in einer Akutklinik für Psychosomatik. Viele Leute – auch MitpatientInnen – haben die Vorstellung, dass wenn man sich in eine psychosomatische Akutklinik begibt, dies schwerhaft mit „Anstalt“ umschrieben werden kann. Ich persönlich finde solche Scherze nicht wirklich schlimm, aber sie treffen eben auch nicht den eigentlichen Punkt und machen es vielen Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht leichter mit diesen zu leben. Andere Betroffene fühlen sich durch solche Begrifflichkeiten verletzt.

Ich bin nun also auf einer Akutstation und stelle fest, dass die Unterschiede zu einer Reha-Station so groß nicht sind. Allerdings hat man mehr psychologische „Anwendungen“ und muss sich immer abmelden sobald man das Haus verlässt.

Nach anfänglichen Eingewöhnungsschwierigkeiten gefällt es mir sehr gut. Während ich in der Reha nach zwei Wochen das Gefühl hatte, dass ich nach drei Wochen Aufenthalt nicht noch verlängern möchte (entgegen dem ärztlichen Rat), hatte ich hier nach zwei Wochen das Gefühl noch nicht an einem Punkt zu sein, an dem ich zu Hause problemlos weiterarbeiten / anknüpfen kann.

Von daher ist es vermutlich sinnvoll sich zu Anfang nicht festzulegen, wie lange man bleibt bzw. bleiben möchte. Verlängerungen sind möglich… Als Tipp würde ich sagen, dass es sich empfiehlt auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Allerdings sollte man jeder Einrichtung und jedem Therapeuten auch die Chance geben mit zu arbeiten. Dazu gehört die Bereitschaft sich zu öffnen und durchaus auch darauf zu hören, ob es von deren Seite sinnvoll ist zu verlängern.

Damit wünsche ich allen (künftigen) PatientInnen einen fruchtbaren und erholsamen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik – egal wo auf dieser Welt.

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