Kliniksuche als Patient*In mit Begleitkind

Wie gehe ich als Privatpatient mit Begleitkind vor, wenn ich eine psychosomatische Reha-Maßnahme suche?!

Als Privatpatient ohne Begleitkind ist es sehr einfach eine psychosomatische Reha-Klinik zu finden. Es gibt unzählige psychosomatische Rehakliniken für Menschen ohne Begleitkind. Auch reine Privatkliniken. Sobald man als Elternteil – aus welchen Gründen auch immer – sein Kind / seine Kinder mitnehmen möchte oder muss, sieht die Versorgungslage in Deutschland – gerade für Privatkliniken – extrem dünn aus. Zumindest nach meiner Recherche und Erfahrung.

Es gibt zahlreiche Einrichtungen für Mutter-Kind-Kuren, aber diese sind nicht das, was ein Patient mit psychischen Problemstellungen benötigt. Für Patienten mit Begleitkindern bleibt lediglich auf Einrichtungen zu setzen, die auch gesetzlich Versicherte aufnehmen und auch hier ist die Auswahl sehr begrenzt. Manche Kliniken wollen auch gar nicht so gerne Privatpatienten aufnehmen, da die Abrechnung der Leistung mit Privatkrankenkassen und evtl. Beihilfestellen viel komplexer ist, als die Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenkasse. Auch für die Patienten liegt darin eine große Unsicherheit, da man im Vorfeld sehr schlecht absehen kann, wie groß der Anteil an Kosten sein wird, die man im Endeffekt selbst bezahlen muss. Ich kenne Fälle, in denen die PatientInnen die „restlichen“ Kosten nicht bezahlen konnten, da diese das Einkommen und die finanziellen Möglichkeiten bei weitem überstiegen. Hier musste mit der Klinik schließlich eine Ratenzahlung vereinbart werden. Für das psychische Wohlergehen sicherlich keine angenehme Sache. Von mir wurde als weiteres Beispiel in einer Reha-Klinik eine Vorauszahlung von rund 1.000 Euro verlangt, die ich 14 Tage vor Antritt der Reha überweisen sollte. Ich habe von dieser Klinik daraufhin Abstand genommen.

Es empfiehlt sich die Suche nach einer Klinik im Internet. Für mich ist danach die Kontaktaufnahme per Telefon wichtig. Beim ersten Telefonkontakt achte ich darauf, ob die MitarbeiterInnen am anderen Ende der Leitung verständnisvoll und nett sind. Hier können meist auch schon erste Details besprochen werden:

– Wann ist der nächste freie Termin?

– Kann man Termine reservieren?

– Wie lange sind eventuelle Wartezeiten?

– Adressangaben, um weiteres Material der Klinik zu erhalten (welches für Privatpatienten entsprechend vorgesehen ist)

Mit dem Einweisungsschein des behandelnden Arztes und den Unterlagen, die man von der Reha-Klinik als Privatpatient erhält, stellt man formlos per Mail oder Post einen Antrag auf Kostenübernahme für eine psychosomatische Reha-Maßnahme. Wichtig ist, dass die Einweisung bei Antritt der Reha (zumindest im Fall der Beihilfe) nicht älter als ein halbes Jahr alt sein darf. Sonst ist die Genehmigung der Kostenübernahme hinfällig. Für Beamte gilt, dass um Kostenübernahme sowohl bei der privaten Krankenkasse als auch bei der Beihilfestelle ersucht werden muss.

Im Regelfall muss man von der Klinik dann noch einen Behandlungsvertrag ausfüllen und unterschreiben und diesen an die Klinik senden. Diesen sollte man genau durchlesen – auch wenn das die eigenen Gefühlslage nicht unbedingt verbessert – aber hier stehen eben Dinge, wie mögliche Vorauszahlungen, Stornierungsgebühren, etc..

Hoffentlich hat dieser kleine Text ein paar Fragen beantwortet. Gute Kliniken, stehen einem im Rahmen dieses Prozesses, allerdings auch gerne bei.

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